Ein Blick in die Vergangenheit: Singapur für Geschichtsliebhaber

In den 200 Jahren seit der Gründung des modernen Singapur als Handelsposten der Britischen Ostindien-Kompanie durch Sir Stamford Raffles hat sich der kleine Inselstaat von einem verschlafenen Fischerdorf in eine Weltmetropole verwandelt.

Die historischen Sehenswürdigkeiten, die hauptsächlich der britischen Kolonialmacht und den frühen Einwanderern zu verdanken sind, verblüffen als unglaubliche Bauwerke mit faszinierenden Geschichten. Sie sind ein wahres Muss für all diejenigen, die sich für die Geschichte von Singapur interessieren. Hier finden Sie unsere Liste mit den interessantesten historischen Sehenswürdigkeiten.

Istana

Istana

Im Istana – das malaiische Wort für «Palast» – befinden sich die offizielle Residenz und das Büro des Präsidenten von Singapur sowie die Büros des Premierministers.

Das Gebäude ist ein grosses herrschaftliches Anwesen im Stil des Palladianismus, der vom in Grossbritannien geborenen indischen Kolonialbeamten und Architekten Major John Frederick Adolphus McNair entworfen und zwischen 1867 und 1869 errichtet wurde.

Das Haus, das einst Teil der Mount Sophia Muskatnussplantage war, wurde als offizieller Sitz des britischen Gouverneurs genutzt, bis 1959 die Selbstverwaltung gewährt wurde.

Anschliessend diente es als Sitz des Staatsoberhauptes. Istana ist nur an fünf Tagen im Jahr geöffnet. Doch jeden ersten Sonntag im Monat findet eine Wachablösungszeremonie statt.

Kranji War Memorial & Cemetery

Kranji War Memorial & Cemetery

Das Kranji War Memorial & Cemetery befindet sich an einem ruhigen Hang etwa 24 km nördlich des Stadtzentrums.

Hier werden die alliierten Männer und Frauen geehrt, die Singapur während des Zweiten Weltkriegs gegen japanischen Angriffe verteidigten. Die Soldaten stammten aus England, Australien, Kanada, Sri Lanka, Indien, Malaysia und den Niederlanden.

Auf dem Friedhofshang befinden sich 4’400 perfekt aufgereihte Grabsteine. Die vier Kriegerdenkmäler auf der Hügelkuppe wurden ebenfalls zu Ehren der Toten errichtet.

Das grösste von ihnen, das Singapore Memorial, trägt eine Inschrift der Namen von 24’346 alliierten Soldaten, deren Leichen nie gefunden wurden, sowie die Inschrift «Sie starben für alle freien Menschen».

Thian Hock Keng Temple

Thian Hock Keng Temple

Thian Hock Keng ist der älteste chinesische Tempel in Singapur. Inmitten des hektischen Geschäftsviertels der Stadt bildet er eine kleine Oase der Ruhe und Gelassenheit.

Der 1839 errichtete Tempel wurde im klassischen südchinesischen Stil gebaut und ohne Nägel zusammengesetzt. Seine fantastischen künstlerischen Elemente zeigen unter anderem Löwen, Drachen und Phönixe zwischen eindrucksvollen Schnitzereien, Skulpturen und imposanten Säulen.

Dank einer liebevollen Restaurierung in den vergangenen Jahrzehnten gehört der Tempel zu den interessantesten historischen Sehenswürdigkeiten der Garden City.

Die Merlion Statue

Die Merlion Statue

Singapurs Wahrzeichen, der legendäre Merlion, besitzt den Kopf eines Löwen und den Körper eines Fisches. Er ist eine Mischung aus dem historischen Namen der Stadt, Temasek («Stadt am Meer») und Singapura («Löwenstadt» auf Malaiisch).

Die 8,6 m hohe und 70 Tonnen schwere Statue, die majestätisch vor dem Fullerton Hotel mit Sicht auf die legendäre Marina Bay steht, wurde 1972 von einem Handwerker der Stadt geschaffen, Lim Nang Seng.

Old Parliament House

Old Parliament House

Das heute als Arts House bekannte Old Parliament House, das mittlerweile als Veranstaltungsort für Kunstausstellungen und Konzerte dient, ist das älteste Regierungsgebäude von Singapur. Von 1965 bis 1999 tagte hier das Parlament. Es wurde 1827 als privates Anwesen eines berühmten Händlers im Stil des Neo-Palladianismus gebaut.

Das Highlight des Gebäudes, das allein schon spektakulär ist und zu den eindrucksvollsten Bauten von Singapur gehört, ist eine Bronzestatue in Form eines Elefanten. Sie ist ein Geschenk von König Chulalongkorn (auch bekannt als König Rama V.) von Siam (heute Thailand) als Zeichen seiner Dankbarkeit nach seinem Aufenthalt im Jahr 1871.

Maghain Aboth Synagogue

Maghain Aboth Synagogue

Die 1878 errichtete Maghain Aboth Synagoge ist die älteste noch erhaltene Synagoge in Südostasien. Durch die neoklassizistische Fassade in Kombination mit traditionellen Säulen und Marmorböden verströmt sie eine schlichte Ruhe.

Die jüdische Gemeinde in Singapur geht zurück auf das 19. Jahrhundert, als viele jüdische Händler sich in der geschäftigen Multikultistadt niederliessen, die nunmehr als Garden City bekannt ist. Auch heute noch ist die Maghain Aboth Synagoge der zentrale Gebetsort für die jüdische Gemeinde von Singapur, die sehr aktiv ist. Auf Anmeldung kann die Synagoge besichtigt werden.

Changi Museum

Changi Museum

Ein Besuch im Changi Museum ist sehr berührend. Es ist den Kriegsgefangenen und Zivilisten gewidmet, die während des Zweiten Weltkriegs im berühmt-berüchtigten Changi Kriegsgefangenenlager interniert waren. Ziel des Museums ist es, den jüngeren Generationen eine dunkle Zeit aus der Geschichte Singapurs näherzubringen.

Gezeigt werden Bilder, Zeichnungen, Kunstwerke, persönliche Gegenstände und Briefe von Gefangenen sowie die Wandmalereien, die der britische Kriegsgefangene Stanley Warren während seiner Inhaftierung anfertigte.

Das Changi Museum befindet sich im Osten der Insel in der Nähe des Flughafens. Es gewährt berührende Einblicke in die furchtbaren Haftbedingungen und erzählt Geschichten voller Mut, Heldentum und Überlebenswillen. Es ist ein Ort, der gleichzeitig lehrt und gedenkt.

Artikel von Historvius.com

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