Die Geschichte des Tees in Singapur

Als Thomas Stamford Raffles mit 14 Jahren in die Dienste der Britischen Ostindien-Kompanie trat, hat er sich gewiss nicht träumen lassen, dass er einmal zu einem der bedeutendsten Männer in der Geschichte dieser Region – und dem langen Kapitel des südostasiatischen Teehandels – werden würde.

Dabei nahm der Tee bei weitem die vorrangigste und lukrativste Stellung ein. Und Singapur wurde mit Bedacht zum wichtigsten Handelszentrum hierfür erkoren, unter anderem wegen seiner strategisch günstigen geographischen Lage an den Schifffahrtswegen nach China.

Bereits wenige Monate nach ihrer Gründung war die Stadt zu einem der grössten und erfolgreichsten Umschlaghäfen entlang der asiatischen Handelsrouten aufgestiegen, in dem die gen Westen segelnden Schiffe ihren Tee luden.

Daher kamen die besten und renommiertesten Teekenner nach Singapur, um hier nach eingehender Prüfung und Verkostung die erlesensten Sorten für den Trinkgenuss der Verbraucher in der westlichen Welt auszuwählen.

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1837 gründeten siebzehn führende Kaufleute der damaligen «Siedlung Singapur» (zur Kronkolonie wurde sie erst 1867) eine Handelskammer, um gemeinsam mehr Einfluss auf die Entwicklung der Insel und des Freihafens zu nehmen. Gerade hatte die Britische Ostindien-Kompanie ihre Monopolstellung eingebüsst, was den Teehändlern der gesamten Region eine einmalige Gelegenheit bot, die Steuerfreiheit für ihre Geschäfte zu etablieren.

Obwohl sie von den Gouverneuren und der Ostindien-Kompanie – zu deren eigenem Schaden – ignoriert wurde, gedieh die Handelskammer während der nächsten hundert Jahre zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht. Der in dieser sogenannten «imperialen Ära» florierende Freihandel mit Tee und unzähligen weiteren Luxusgütern ermöglichte den Mitgliedern der Singapurer Handelskammer, nachdrücklich für ihre Interessen und die der Stadt zu einzutreten.

Dem Engagement dieser ersten Siedler, Geschäftsleute und Anwälte ist es zu verdanken, dass Singapur noch heute eines der wichtigsten Tee-Zentren der Welt ist. Daher gibt es hier auch an praktisch jeder Strassenecke einen «Teh Tarik», was wörtlich übersetzt «gezogener Tee» bedeutet. Er wird in einem langen Baumwollfilter und mit Kondensmilch zubereitet, der man durch das «Ziehen» eine homogene, schaumige Konsistenz verleiht. Diese lokale Spezialität wurde nach dem zweiten Weltkrieg von muslimischen indischen Einwanderern eingeführt, die auf der malayischen Halbinsel Getränkestände für die Arbeiter der Kautschukplantagen betrieben. Die Zubereitung beinhaltet gewisse Showelemente, und es gibt richtige Wettbewerbe, bei denen die besten Teh Tarik-Köche ihre Künste vorführen können.

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Derartige unterschiedliche Tee-Rituale und Geschmacksvorlieben sind eine wichtige Inspirationsquelle für die Firma TWG Tea. Sie führt die grosse Tee-Tradition der Stadt Singapur fort und schöpft mit immer neuen, raffinierten Mischungen aus der reichen Geschichte der alten Handelsstrassen und dem kulturellen Erbe der vielen verschiedenen Volksgruppen, die sich im Laufe der Zeit im Inselstaat niederliessen.

So entstand auch der Singapore Breakfast Tea, der schwarzen und grünen Tee mit Ingwer verfeinert, als Anklang an die alten Gewürzrouten. Eine einzigartige, aromatische Mischung mit einem köstlichen, leicht süsslichen Nachgeschmack – ebenso geheimnisvoll und verführerisch wie die Stadt, zu deren Ehren sie kreiert wurde.

Weltweit werden pro Sekunde schätzungsweise 15’000 Tassen Tee getrunken, und es ist eine schöne Vorstellung, dass in jeder von ihnen ein kleines Stückchen Singapur steckt.

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