Hinter den Kulissen: Singapores VIP-Experte

Der Beruf des VIP-Kundendienstmanagers erfordert bei jeder Fluggesellschaft, und insbesondere bei Singapore Airlines, ganz besondere Eigenschaften wie Takt, Diskretion und Geheimhaltung. Zum ersten Mal spricht jetzt Michael Andreou, unser VIP-Kundendienstmanager, über seine Arbeit und die Menschen und erzählt unglaubliche Geschichten!

Wir wissen, dass Geheimhaltung zu den wichtigsten Aspekten Ihrer Arbeit gehört. Dennoch würden wir gerne wissen, welche grossen Persönlichkeiten bereits Ihre Gäste waren. Waren Fussballer, Rockstars, Adlige oder CEOs darunter?

Wir betreuen ganz unterschiedliche Gäste, von berühmten Persönlichkeiten, Popstars, Fernseh- und Filmstars, Fussballern und Adligen bis zu grossen CEOs. Natürlich möchten sie nur mit uns fliegen, der besten Airline der Welt!

Welche Geschichte erzählen Sie immer wieder im Freundeskreis?

Diese hier zum Beispiel: Vor einigen Jahren schrieb mir ein Freund zum Geburtstag eine Karte, auf der David Beckham als Unterwäschemodel zu sehen war.

Allerdings hatte er meinen Kopf über seinen geklebt. Ich versprach meinem Freund, dass ich David Beckham die Karte zeigen würde, wenn ich ihn je treffen sollte.

Ein paar Jahre später war er tatsächlich einer unserer Gäste, und nachdem ich ein wenig mit ihm gesprochen hatte, zeigte ich ihm die Karte. Er war begeistert und sagte, das sei das lustigste, das er je gesehen hätte!

Haben Sie auch Dinge erlebt, über die Sie Ihr ganzes Leben lang Stillschweigen bewahren werden?

Ja, natürlich. Aber ich erzähle Ihnen gerne eine andere Geschichte. Einmal wurde ich zu einem Gast gerufen, der genaueste Einzelheiten über den Flug wissen wollte. Auf seiner Buchung stand JONES/TREV.

Er fragte immer wieder, ob das der richtige Flug sei, und ich bestätigte es mit «Ja, Mister Trev Jones». Als er den Namen hörte, wurde er stutzig und sagte, dass sein Name nicht Trev sei.

Da er etwas verärgert wirkte, entschuldigte ich mit den Worten «Es tut mir sehr Leid, Mister Trevor Jones», da ich dachte, er sei unzufrieden, weil ich seinen Namen nicht vollständig aussprach. Es stellte sich jedoch heraus, dass er Tommy hiess und Reverend (Pfarrer) war, daher das TREV auf seiner Buchung …

Wie lange arbeiten Sie schon bei SQ?

Im August 2015 hatte ich 25-jähriges Jubiläum – unglaublich, oder?

Was genau ist Ihre Aufgabe?

Kurz gesagt: ich muss sicherstellen, dass jeder Singapore Airlines Passagier den bestmöglichen Service erhält. Mein Team und ich müssen Probleme und Anfragen bewältigen, wir begrüssen und verabschieden die Passagiere und überwachen die Abfertiger.

Vor und nach jedem Flug gibt es viel Papierkram und wenig aufregende Dinge zu erledigen, aber trotzdem gibt es keinen besseren Job als diesen!

Es heisst, dass Fluglinien für ganz wenige Passagiere einen „unsichtbaren“ VIP-Service bereitstellen. Ist das so?

Am Flughafen gibt es den Windsor Royal Suite VIP-Service, den bestimmte Menschen unter gewissen Voraussetzungen nutzen können. Sie werden in die Suite begleitet, um alles, was gewöhnlich am Check-in-Schalter durchgeführt wird, hier zu erledigen.

Dann werden Sie mit Chauffeur zum Rollfeld gefahren. Dieser Service steht allen ein- oder ausreisenden Passagieren für etwa 2’500 CHF zur Verfügung (allerdings nicht durch die Windsor Royal Suite).

Die meisten Leuten denken, dass Top-VIPs viele Dinge, die wir am Flughafen über uns ergehen lassen wie beispielsweise den Sicherheitscheck, den Flugsteig usw. einfach umgehen können. Müssen Sie dennoch denselben Sicherheitscheck über sich ergehen lassen wie alle anderen Passagiere?

Der Sicherheitscheck ist bei allen Passagieren derselbe, egal wer oder wie reich man ist!

Wie gehen Sie mit aufdringlichen Paparazzi um?

Da sie überall auftauchen, müssen wir immer wieder anders mit ihnen umgehen. Im vergangenen Jahr begleitete ich Gemma Collins, die gerade aus dem australischen Dschungel zurückgekehrt war.

Leider wurde uns NICHT gesagt, dass am Flugzeug Paparazzi auf uns warteten. Wenn das passiert, muss die Fluglinie darüber informiert werden, damit unsere Pressestelle einschreiten kann. Ich eskortierte Gemma so gut ich konnte durch die vielen Paparazzi.

Auf dem Weg wurde sie von einem TV-Team angehalten und ich stand direkt neben ihr, als sie Anekdoten aus dem Dschungel erzählte. Und das live auf allen britischen Sendern, wie ich hinterher erfuhr! Ich stand einfach da und hielt mich so gut es ging im Hintergrund.

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